I/BInformatik in der Bildung
I/El'Informatique dans l'Éducation
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Kompetenzmodell

Begriffsklärung

  1. Kompetenz setzt sich aus Haltung, Fertigkeit und Kenntnis zusammen
  2. Haltung beschreibt die gewünschte motional, affektive Einstellung des Lernenden zu einem bestimmten Stoffgebiet. Worauf wird der/die Lernende sensibilisiert?
  3. Fertigkeiten sind senso-motorische Kompetenzen in Bezug auf ein bestimmtes Thema.
  4. Kenntnisse sind als kognitiven Aspekt einer Kompetenz zu verstehen.

Kriterien zur Auswahl von Kompetenzen

Im Zentrum einer Kompetenz soll eine der fundamentalen Ideen der Informatik stecken, welche folgende Kriterien zu erfüllen haben:

  1. Horizontalkriterium: Auf mehrere Themen anwendbar [Sch93]
  2. Vertikalkriterium: Auf unterschliedlichen Stufen anwendbar [Sch93]
  3. Zeitkriterium: Als wichtiger Punkt der historisch Entwicklung und längerfristig von Relevanz [Sch93]
  4. Sinnkriterium: Der Bezug zur Lebenswelt der Lernenden ist vorhanden [Sch93]
  5. Repräsentationskriterium: In verschiedenen kognitiven Repräsentationsformen (symbolisch, iconisch, enaktiv) darstellbar [HNR06]
  6. Handlungskriterium: Eine vollständige Handlung kann vorgenommen werden; von der Theorie bis zur progammmässigen Umsetzung.

Dimensionen

Abgestützt auf den Schweizer Rahmenlehrplan Informatik sollen im Kompetenzenkatalog für gymnasiale Informatik folgende Dimensionen unterschieden.

A) Die Prozessdimension, konstituiert durch die fünf allgemeinen informatischen Kompetenzbereiche, deren Erwerb das wesentliche Ziel des Informatikunterrichts ist. Es sind dies:

Prozessdimensionen Grundfertigkeiten gemäss Rahmenlehrplan Informatik
P1 Modellieren und Implementieren Algorithmen entwerfen, beurteilen und in einer Programmiersprache umsetzen
P2 Begründen und Bewerten Informatiklösungen bezüglich Korrektheit, Effizienz und Benutzerfreundlichkeit beurteilen und dokumentieren
P3 Strukturieren und Vernetzen Probleme aus verschiedenen Bereichen analysieren und strukturieren
P4 Kommunizieren und Kooperieren
P5 Darstellen und Interpretieren der Problemstellung angepasste Datenmodelle entwerfen

B) Die Inhaltsdimension, strukturiert durch die fünf fachbezogenen inhaltlichen Kompetenzaspekte, anhand derer die allgemeinen Kompetenzen erworben werden sollen und innerhalb derer Stoffinhalte mit inhaltsbezogenen Kompetenzen verbindlich vorgegeben sind. Es sind dies:

Inhaltsdimensionen Grundkenntnisse gemäss Rahmenlehrplan Informatik
I1 Information und Daten verschiedene Darstellungen von Information kennen
I2 Algorithmen Grundlagen einer Programmiersprache kennen
I3 Sprachen und Automaten die Grenzen der Berechenbarkeit kennen; Verfahren zur Bewertung und Überprüfung der Korrektheit von Lösungen kennen
I4 Informatiksysteme Grundlagen der digitalen Kommunikation verstehen
I5 Informatik, Mensch und Gesellschaft Grundbegriffe und Grundkonzepte zur Problemmodellierung, Problemanalyse und Entwurfsmethodik von Informatiklösungen verstehen

C) Die Dispositionsdimension bestimmt durch die affektiven Aspekte wie Einstellungen, Motivationen oder Bereitschaft zu Verhalten gemäss Rahmenlehrplan.

Dispositionsdimension Grundkenntnisse gemäss Rahmenlehrplan Informatik
D1 Reflexion Informatiklösungen kritisch beurteilen und hinterfragen
D2 Interaktion zu Team- und Projektarbeit und interdisziplinärem Austausch bereit sein
D3 Systematik strukturiert planen und handeln
D4 Ausdauer bei der Suche nach Informatiklösungen und deren Umsetzung Ausdauer zeigen
D5 Nachhaltigkeit sich mit den Auswirkungen der Informatik im Alltag auseinandersetzen

D) Die Anspruchsdimension oder das Kompetenzniveau, definiert durch die drei Anforde-rungsbereiche, die den kognitiven Anspruch kompetenzorientierter informatischer Tätigkeiten (v.a. bei der Aufgabenbearbeitung) auf theoretischer Ebene beschreiben. Diese Kompetenzniveaus sind:

Anspruchsdimension Kognitionstaxonomie nach Bloom
N1 Reproduzieren Wissen (K1)
N2 Zusammenhänge herstellen Verständnis (K2)
Anwendung (K3)
N3 Verallgemeinern und reflektieren Analyse (K4)
Synthese (K5)
Beurteilung (K5)

Die Ansprunchsdimension erhält seine Bedeutung bei der Taxierung von Aufgaben zur Konkretisierung des Kompetenzenkatalogs.

Literatur

  • Rahmenlehrplan FIXME
  • Deutsche Informatik Standards FIXME
  • [HNR06] W. Hartmann, M. Näf + R. Reichert. Informatikunterricht planen und durchführen. Springer, 2006. b02600, 3540344845
  • [Sch93] A. Schwill. Fundamentale Ideen der Informatik. Zentralblatt für Didaktik der Mathematik, 25(1):20-31, 1993. t01452
 
informatik/kompetenzen/model.txt · Zuletzt geändert: 2011/05/30 23:02 (Externe Bearbeitung)