I/BInformatik in der Bildung
I/El'Informatique dans l'Éducation
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Quo Vadis Informatik in der Bildung

Warum Informatik in der Bildung?

  • „Neben der Theorie, die schon aus dem Altertum stammt, und dem Experiment, das man seit der Renaissance kennt, ist durch die Informatik eine dritte wissenschaftliche Methode geschaffen worden: Man kann den untersuchten Vorgang simulieren. Damit ergeben sich ganz neue Möglichkeiten: Den Urknall etwa kann man nicht als Experiment bauen, aber er lässt sich simulieren. Das heisst, man kann ein virtuelles Modell bauen. (Carl August Zehnder, 2006)“ a00937
  • Die Einführung der Informatik an den Mittelschulen (Raymond Morel, Pierre Banderet, Fritz Egger, Erich Hui, André Jaquenod, René Jeanneret, Jürg Nievergelt, Edo Poglia, Marcel Sutter, 1978) b03462
    • Die Schüler einerseits für das Leben in der Welt von heute und morgen, anderseits auf ihr Studium (gleich welcher Art) vorzubereiten.
    • Die Informatik, als Komponente der jetzigen Kultur, darf nicht vernachlässigt werden.
    • Die Kreativität fördern und die Motivation zum selbständigen Arbeiten mit selbstgesetzten Zielen entwickeln.
    • Zu einer Arbeitsmethode erziehen, welche Sorgfalt, Ausdauer und exakte Logik erfordert.
    • Die geistige Beweglichkeit entwickeln
    • Einem wissenschaftlichen, technischen und ökonomischen Bedürfnis entsprechen
Weiterführende Seiten
  • Gehört programmieren zur Allgemeinbildung? → f00114
  • Warum Informatik-Unterricht? → f00040
  • Es braucht ein Schulfach Informatik → a00436

Grundlegendes zum Thema Informatik als Teil von "Bildung"

  • Peter Bieri (alias Pascal Mercier): „Wie wäre es gebildet zu sein?“ http://www.phbern.ch/fileadmin/Bilder_und_Dokumente/01_PHBern/PDF/051104_Festrede_P._Bieri.pdf
    Bieri beschreibt Charakteristika von Bildung in acht Grundkategorien: Weltorientierung, Aufklärung, historisches Bewusstsein, Artikuliertheit, Selbsterkenntnis, moralische Sensibilität, poetische Erfahrung und leidenschaftliche Bildung.
    Seine ersten Sätze sind Programm: „Ausbilden können uns andere, bilden kann sich jeder nur selbst.“
    Wie könnte man Peter Bieri (und mit ihm ein Heer von einflussreichen Persönlichkeiten des Bildungswesens) vom Wert einer informatischen Bildung, die über reine Ausbildung und über eine minimale „Weltorientierung“ hinausgeht, überzeugen?
    In jedem Fall werden nur die geduldigen Leser bis zum pathetischen Schluss gelangen, welcher den Ekel des wahrhaft Gebildeten beschreibt, der in jeder Kleinigkeit ein grosses Uebel sieht, „und seine Heftigkeit steigert sich bei jedem Versuch der Verharmlosung.“
  • Stimmt es, dass die Informatiker die „Kulturschaffenden des 21. Jahrhunderts“ sind, wie die Schweizer Informatikikone Prof. em. Niklaus Wirth am 8.10.2008 an der Veranstaltung „40 Jahre Informatik an der ETH“ sagte? http://www.inf.ethz.ch/news/news/details/index?id=262 Wie ist diese Aussage gemeint?
    • Siehe auch Artikel von N. Wirth im Dossier Bildung der NZZ von Nov. 2008
  • Peter Mitcham beschreibt die Bedeutsamkeit der Philosphie für die Tätigkeit des Ingenieurs (The Importance of Philosophy to Engineering) http://www.oei.es/salactsi/teorema02.htm
    Philosophie ist notwendig für Ingenieure, dass sie sich gegen philosophische Kritiken verteidigen können.
    Ingenieure brauchen Philosophie (Ethik), um mit beruflichen Ethikproblemen umgehen zu können.
    Wegen des inhärent philosophischen Charakters des Ingenieurswesens kann Philosophie zu einem besseren Selbst-Verständnis der Ingenieur-Tätigkeit beitragen.
  • In diesem Zusammenhang ist es auch wesentlich, sich über den immer aktueller werdenden Begriff des „ubiquitous computing“ kundig zu machen. Hier eine erste Orientierung. http://www.inf-edu.ch/_media/de/ubicomp-miotti.pdf
    Informatik-Geräte und -Anwendungen durchdringen unseren Alltag immer mehr und ohne Pause. Auch im Jahr 2008 stehen wir erst am Anfang dieser Entwicklung.
    Aber reicht diese Tatsache als Argumentation für die Einführung eines echten Informatik-Faches an den Mittelschulen? Kommt nicht wieder das scheinbar evidente und MAR-erprobte Gegenargument der motorisierten Anwender, dass nämlich der Autofahrer nicht zugleich auch Automechaniker sein muss?
    Abgesehen davon, dass nicht jede Köchin auch Physikerin und/oder Chemikerin sein muss… Kann die Antwort darauf sein, dass die Ingenieur-Philosophen als einzige noch die künftige Welt erkennen können - im Unterschied zum Halbwissen der Theorie- und Macht-bewussten „classe bureaucratique“? http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=13493913&top=SPIEGEL. Der leider allzu früh verstorbene Vilem Flusser hat schon 1989 Trost in der Zukunft einer weniger paternalistisch-nepotistischen und rationaleren Herrschaftsstruktur mithilfe von Computern gefunden. Die im erwähnten Artikel vorausgesehene „Dezentralisierung der Macht“ ist auf jeden Fall schon eingetreten (z.B. China).
    Behauptung: Grundkenntnisse in Informatik sind wesentlicher Bestandteil der Allgemeinbildung in einer echt liberalen, aufgeklärten, pluralistischen Gesellschaft, die nicht bequem geworden ist. Dialektik der Aufklärung: Gerade weil der Erwerb des Auto-Fahrausweises in westlichen Gesellschaften ein wesentliches Intiationsritual bei der Aufnahme in die Welt der Erwachsenen darstellt, muss das Wissen gepflegt werden, auf welchen Grundlagen die immer mehr computergesteuerten Autos funktionieren und wie wir bei Problemen mit ihnen den Alltag doch gut bewältigen können.

Ein Fach Technik?

  • „Die Bildungsdirektion strebt eine bessere Verankerung der Naturwissenschaften in der Allgemeinbildung an. Das Zürcher Hochschulinstitut für Schulpädagogik und Fachdidaktik (ZHSF) wurde deshalb mit einer Expertise beauftragt. Das Institut geht der Frage nach, ob und wie der Unterricht in Naturwissenschaften und Technik in der Allgemeinbildung auf allen Schulstufen und in der Lehrerbildung optimiert werden kann. Mit den Ergebnissen der Studie wird auf Frühjahr 2009 gerechnet.“ Newsmail Bildungsdirektion Kanton Zürich vom 3.12.2008
  • „Seit dem Jahr 2001 setzen sich der Verband Engineers Shape our Future IngCH und die SATW in Kooperation mit […] für die stufengerechte Förderung der Naturwissenschaften und des Technikverständnisses im Schulunterricht ein.“ http://www.ingch.ch/deutsch/vp_technik.htm

Modelle für die Zukunft

ICT/Medien vs. Informatik/Technik vs. Integration

Bildungsziele und Gefässe

  • Informatik / Informatische Bildung (Informatik als Fach)
    • seit Sommer 2008 als Ergänzungfach an gymnasialen Maturitätsschulen
    • :?: In den Gymnasien Ausweitung des EFI in ein SF, GF
    • :?: Ausweitung der informatischen Bildung auf die obligatorische Schulzeit (siehe oben)
  • ICT-Literacy (ICT-Grundlagen und Anwendungen, Medienbildung)
    • Allen Schülerinnen und Schülern der Volksschulstufe Grundfertigkeiten im Umgang mit ICT vermitteln
    • Die Chancengleichheit bezüglich ICT und Medien fördern
    • Für die Sekundarstufe II zusätzlich: Wissen um Zusammenhänge und elementares fachliches Kernwissen Informatik vermitteln
    • :?: Harmonisierung der Bildungsziele und Fachgefässe auf allen Schulstufen
    • :?: Definition von Kompetenzen und Festlegung der Kompetenzniveaus
    • :?: Verbindlichkeiten bei der Umsetzung bestehender Richtlinien in den Kantonen
    • :?: Einführung eines ICT-Literacy-Zertifikats
  • Integration der ICT in den Unterricht aller Schulstufen
    • Die ICT als Hilfsmittel für das Lehren und Lernen in die einzelnen Fächer einbeziehen
    • Die ICT in eine umfassende Medienpädagogik einbetten
    • :?: Sind weitere Massnahmen, z.b. in der LP-Ausbildung notwendig?
  • Überfachliche Kompetenzen
    • Lernende: Kompetenz, lernzielorientiert geeignete Kommunikations, Lern- und Arbeitswerkzeuge (darunter auch ICT-Mittel) auszuwählen und einzuseten
    • Lehrende: Kompetenz, lernzielorientiert geeignete (digiteale) Medien und ICT-Mittel zur Gestaltung von Lernräumen auszwählen und einzusetzen

Akteure/Projekte und ihre Rollen/Ziele

  • EDK
    • Strategie der EDK im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) und Medien 2007, siehe auch RLP p. 25
    • SKIB - bildet die Plattform für die gesamtschweizerische Koordination der Strategie und der Aktivitäten von Kantonen und Bund im Bereich ICT und Bildung
    • SFIB FIXME
    • Bildungsserver
  • HSGYM
    • Empfehlungen 1-9 FIXME
  • SVIA
    • den Informatikunterricht in wissenschaftlicher und methodisch-didaktischer Hinsicht fördern
    • sich mit dem Einsatz des Computers in allen Unterrichtsfächern beschäftigen
    • seinen Mitgliedern Gelegenheit zum Austausch von Ideen, Erfahrungen und Informationen bieten
    • die Berufsinteressen aller Lehrkräfte wahren, die von der Informatik betroffen sind.
  • FIT / Hasler Stiftung
    • Informatik wird regulärer Bestandteil des gymnasialen Unterrichts. In einer Übergangsphase werden ergänzende Angebote unterstützt.
    • Informatik wird an den Gymnasien in ihren konzeptionellen Grundlagen unterrichtet und geht über die Anwendung von Programmen hinaus
    • Informatik wird von Informatik-Fachleuten unterrichtet, die neben praktischer Erfahrung über das erforderliche theoretische Rüstzeug und die notwendigen pädagogisch-didaktischen Fähigkeiten verfügen.
    • Der Informatikunterricht macht die Informatik trotz ihres anspruchsvollen Gehaltes für Schülerinnen und Schüler attraktiv. Der Unterricht greift Themen auf, die aktuell sind und die Bedeutung der Informatik unterstreichen.
  • Abnehmende Institutionen, LP-Aus-&Weiterbildung, Verbände, Akademieen, Komissionen, Verlage, Private … FIXME
 
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